Veranstaltungen

04. Apr. 2017 – MIT BEHINDERUNG ÄLTER WERDEN

Das Instituts Mensch, Ethik und Wissenschaft lädt ein:

Dienstag, 04. April 2017, 16-19 Uhr, in den Räumen der Villa Donnersmarck

„Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

ich freue mich, Sie zu der 1. Veranstaltung des Jahres im Rahmen des Friedrichshainer Kolloquiums einzuladen. Am 04. April 2017 findet das Kolloquium zum Thema „Mit Behinderung älter werden“ in Zehlendorf statt, in Kooperation mit der Fürst Donnersmarck-Stiftung und in den Räumen der Villa Donnersmarck.

Das diesjährige Friedrichshainer Kolloquium steht unter dem Oberthema „Alter & Behinderung, Gemeinsam denken – Unterschiede anerkennen“.

Nach wie vor werden die Themen Alter und Behinderung eher getrennt diskutiert und nicht miteinander verbunden. Eine Verknüpfung beider Themen ist vor dem Hintergrund des demographischen Wandels aber notwendig.

Die Menschen werden älter und die Wahrscheinlichkeit, mit steigendem Lebensalter Behinderungen zu erwerben, steigt. Die immer besser werdende medizinische Versorgung führt insgesamt zu einer höheren Lebenserwartung, damit aber auch häufig zu einer längeren Lebensphase der Einschränkung, auch bei Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung früher altern. Auch die Tatsache, dass für Menschen mit Behinderung die Einschränkungen des Alters noch belastender sind als für Menschen ohne Behinderung, spielt eine entscheidende Rolle für das Thema.

Im ersten Vortrag des Nachmittages thematisiert Friedrich Dieckmann die Lebenserwartung und Lebensqualität von Menschen mit sog. geistiger Behinderung im Alter. Zentral sind dabei die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die individuellen Herausforderungen vor denen die Menschen stehen.

Im zweiten Vortrag stellen Birgit Behrisch und Alicia Prinz die Projektstudie „Älter werden mit Kleinwuchs“ vor. Hierbei werden unter anderem Erfahrungen, Ansichten und Verbesserungsvorschläge im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung erfasst und hinsichtlich des fortschreitenden Alterungsprozesses aus der Perspektive der Betroffenen thematisiert.

Im Rahmen der Kolloquien werden zu einem spezifischen Thema jeweils zwei Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen gehalten und ausführlich mit Ihnen diskutiert. Auf diese Weise befördert das IMEW den Dialog zwischen den Disziplinen und stärkt dabei insbesondere die Perspektive Behinderung. Das Friedrichshainer Kolloquium wendet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, an Studierende und an Interessierte. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wir bitten um telefonische oder elektronische Anmeldung bis zum 21. März 2017. Die genauen Informationen zur Anmeldung finden Sie in diesem Newsletter weiter unten. Bitte teilen Sie auch mit, wenn Sie Unterstützungsbedarf haben.

Ich freue mich auf Ihr Kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Grüber“

weitere Infos unter http://www.imew.de

Dienstag, 04. April 2017, 16-19 Uhr

Mit Behinderung älter werden

 

Alter erleben – Lebensqualität und Lebenserwartung von Menschen mit wesentlicher geistiger Behinderung im Alter

– Friedrich Dieckmann, Katholische Hochschule NRW

Es zählt zu den Errungenschaften unserer Gesellschaft, dass viele Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland heutzutage das Alter erleben und gestalten können. Vorgestellt werden Studienergebnisse zur Lebenserwartung und zum demografischen Wandel bei Erwachsenen mit sog.

geistiger Behinderung in Deutschland. Mit dem Älterwerden sind kritische Lebensereignisse, schleichende Veränderungen und Herausforderungen verbunden, z. B. das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben und die Gestaltung freier Zeit, der Verlust von Angehörigen sowie Freunden und die Neugestaltung sozialer Netzwerke, der Umgang mit Kompetenzeinbußen und gesundheitlichen Veränderungen, die Weiterentwicklung der eigenen Identität und die Auseinandersetzung mit den Grenzen des Lebens. Am Beispiel des Wohnens und der Gesundheit wird illustriert, wodurch die Lebenssituation von Menschen mit sog. geistiger Behinderung im Alter aktuell gekennzeichnet ist und wo Veränderungen mehr als notwendig sind.

Entscheidend für die Lebensqualität ist, welche Handlungsspielräume Menschen mit Behinderung auch angesichts der Benachteiligungen in früheren Lebensabschnitten im Alter eröffnet werden, um ihr Leben gemäß den eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Prof. Dr. Friedrich Dieckmann hat eine Professur für Heilpädagogische Psychologie an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Münster und leitet das Institut für Teilhabeforschung. Neben dem Älterwerden von Menschen mit Behinderung forscht er zum Wohnen von Menschen mit sog.

geistiger Behinderung, insbesondere auch bei hohem Unterstützungsbedarf.

Älter werden mit Kleinwuchs

– Birgit Behrisch und Alicia Prinz, Berlin

Im Vortrag vorgestellt werden soll die Projektstudie „Älter werden mit Kleinwuchs“, ein Projekt des BundesselbsthilfeVerbandes Kleinwüchsiger Menschen e.V. (VKM) zusammen mit dem IMEW.

In diesem partizipativ-qualitativen Projekt wurde der Beobachtung des Verbandes nachgegangen, dass älter werdende Mitglieder aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation am gesellschaftlichen Leben nur noch eingeschränkt teilhaben können. Auch müssen Menschen mit Kleinwuchs ihr

Arbeits- und Berufsleben oft frühzeitig beenden.

In den Interviews mit kleinwüchsigen Menschen bestätigte sich eine grundlegende Veränderung und Umorganisation des Alltags sowie ein zunehmender Hilfebedarf, wobei der Wunsch nach Erhalt der Selbstständigkeit eine zentrale Rolle im Leben der Betroffenen spielt.

Diskutiert wird in diesem Kontext ebenso der Zusammenhang des Alters- und Behinderungsbildes.

Prof. Dr. Birgit Behrisch ist Gastprofessorin für Inklusive Pädagogik an der Katholischen Hochschule Berlin.

Alicia Prinz (M.A.) ist Junior Consultant & Junior Scientist bei AGENON – Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Gesundheitswesen mbH.

Beide sind ehemalige Mitarbeiterinnen des Instituts Mensch, Ethik und Wissenschaft.