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Sprechstunde Arbeits-, Zivil- und Patientenrecht

Sprechstunde Arbeits-, Zivil- und Patientenrecht

Die LV Selbsthilfe Berlin bietet in ihrer Geschäftsstelle eine kostenlose Sprechstunde zu Fragen des Arbeitsrechts, des Sozialrechts, des allgemeinen Zivilrechts sowie der Patientenrechte an.

Die Sprechstunde wird von Rechtsanwältin Dr. Elisabeth Hlawenka einmal monatlich nach vorheriger Terminabsprache durchgeführt.

Anmeldung unter:
Telefon: 030 / 27 59 25 25
Fax: 030 / 27 59 25 26
E-Mail: info@lv-selbsthilfe-berlin.de

Projekte

Projekt “Selbsthilfe inklusiv“

  1. Ausgangslage

Inklusion ist nicht nur eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sie ist auch eine Entwicklungs-Aufgabe der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen und ihrer Angehörigen. Die organisierte Selbsthilfe verwirklicht, neben ihrem eher politischen Auftrag der Interessenvertretung, Inklusions-Ziele direkt als Anbieter, z.B. von Informations- und Beratungsleistungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und weit darüber hinaus. Somit wirkt sie direkt an einer Stärkung der selbstbestimmten Teilhabe in unserer Gesellschaft mit. Die besondere Stärke hierbei liegt in der Beratung von Betroffenen durch Betroffene (Peer-Counseling).

Das Projekt „Selbsthilfe inklusiv“ wurde von der LV Selbsthilfe initiiert, um die Mitgliedsverbände und die interessierten Selbsthilfe-Strukturen aus Brandenburg dabei zu unterstützen, ihre vielfältigen Angebote so inklusiv wie möglich auszurichten.

Inklusion geschieht nicht von allein. Vielfältige Nachfragen bei der LV Selbsthilfe zeigen: die Selbsthilfe-Organisationen und -gruppen benötigen in verschiedenster Art und Weise Unterstützung auf dem Weg zu einer inklusiven Selbsthilfe-Kultur, um sich den anderen und noch größeren Gruppen von Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten und deren Angehörigen zu öffnen, die ebenfalls ein berechtigtes Interesse an Selbsthilfe-Unterstützung haben. Außerdem geht es um die Sensibilisierung der Selbsthilfeorganisationen und -gruppen gegenüber Menschen, die durch ihren multikulturellen Hintergrund, ihre Religion oder sexuelle Orientierung bislang in ihrer Teilhabe an Selbsthilfe-Angeboten eingeschränkt sein können.

Rollstuhlfahrer, die keinen Zugang zu Gebäuden haben, für Sehbehinderte nicht barrierefreie Webseiten, fehlende Vorkehrungen für Hörbehinderte oder fehlende Infomaterialien in Leich- ter Sprache sind plakative Beispiele für strukturelle Barrieren. Inklusive Selbsthilfe beginnt in Fragen der Bewusstseinsbildung, der barrierefreien Ausgestaltung der Angebote und der In- formationen und geht bis hin zur Schulung der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit Menschen verschiedener Behinderungen und Menschen mit Mehrfachbehinderungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sowohl über das nötige Wissen, als auch die Kommunikationskompetenz und Sensibilität verfügen, um beispielsweise in einem Selbsthilfeverein von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen auch sehbehinderte Menschen mit Hörschwierigkeiten gut beraten zu können.

  1. Ziele

Niedrigschwelliger und offener Zugang zur gesundheitsbezogenen „Selbsthilfe für Alle“ muss das Ziel der Berliner und Brandenburger Selbsthilfe sein. Hierfür müssen die Beteiligten ihre Verpflichtung zur inklusiven Angebotsgestaltung erkennen, Inklusionsbarrieren analysieren und reflektieren sowie Umsetzungs- und Maßnahmenpläne mit entsprechenden Prioritäten herleiten. Ein Vorteil dieses Projekts ist es, mit dem behinderungs- und krankheitsübergreifenden Ansatz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenseitige Lerneffekte zu beschleunigen. Zudem werden sich strategische Allianzen zwischen den Selbsthilfe-Akteuren herausbilden.

  1. Leistungen
  • Erstellung einer Übersicht von aktuellen Ratgebern zur Inklusion sowie zur baulichen und kommunikativen Barrierefreiheit
  • Kontaktaufnahme mit interessierten Mitgliedsverbänden der LV Selbsthilfe, der LAG Selbsthilfe Brandenburg und der Sucht-Selbsthilfe
  • Befragung zwecks Erhebung der Bedarfe und Sensibilisierung für das Inklusions- Thema in den Selbsthilfe-Organisationen und -gruppen
  • Beratung von Selbsthilfe-Organisationen und -Gruppen zur inklusiven Organisationsentwicklung, zur barrierefreien Gestaltung von Veranstaltungen und der Öffentlichkeitsarbeit, inkl. Internetauftritte und soziale Netzwerke
  • Verweisberatung zu Kompetenzzentren und spezialisierten Agenturen für spezifische Anliegen bei der inklusive Gestaltung der Angebote der Projektpartner
  • Vermittlung von Gebärdendolmetschern, Schriftdolmetschern, Kommunikations- Assistenten für die anfragenden Vereine und Gruppen
  • Organisation und Durchführung einer Fachveranstaltung mit den Themen „Zugänglichkeit verbessern“, „Neue Zielgruppen gewinnen“, „Fördermöglichkeiten“ und/oder „Evaluation von Inklusion“.
  1. Projektrahmen

Sämtliche Leistungen, die von der LV Selbsthilfe im Rahmen dieses Projektes erbracht werden, sind für die teilnehmenden Vereine und Gruppen kostenfrei.

Das Projekt ist offen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Brandenburg.

Das Projekt „Selbsthilfe inklusiv“ wird aus Mitteln des § 20h SGB V gefördert und hat zunächst eine Laufzeit von Juni 2017 bis Juni 2018.

 

 

Projekt „Mitglieder gewinnen und qualifizieren“ 

  1. Ausgangslage

Anfragen und Hinweise der Mitgliedsvereine und Selbsthilfegruppen zeigen den großen Bedarf, die Selbsthilfe-Organisationen in ihrer Weiterentwicklung zur Wahrnehmung ihrer umfassenden und vielfältigen Aufgaben in der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen und ihrer Angehörigen strategisch zu unterstützen.

Die Gewinnung und die Aktivierung von Mitgliedern sowie die Qualifizierung der Aktiven in den Organisationen und Gruppen der Selbsthilfe sind typische Querschnittsaufgaben. Sie können am besten mit der Unterstützung durch eine behinderungs- und krankheitsartenübergreifende Organisation wie die LV Selbsthilfe gewährleistet werden, auch weil sie neben dem gestiegenen Tagesgeschäft in den Vereinen oft nicht geleistet werden können.

Erfahrungsgemäß führt der vereinsübergreifende Austausch zu inhaltlichen und ressourcenschonenden Synergien durch die gemeinsame Bearbeitung der Anforderungen und die gegenseitige Unterstützung, also koordinierte Hilfe auf Gegenseitigkeit.

a. Herausforderung Mitgliedergewinnung

Nach dem Gründungsboom in den 1970er und 1980er Jahren sind Gruppen und Aktive in den Selbsthilfe-Organisationen gealtert, d. h. parallel zu bundesweiten Trends stagnieren Mitgliederzahlen bei erhöhtem Aufwand und steigenden Kosten für die Gewinnung von Neumitgliedern. Gleichzeitig stellen neue Kommunikationstechniken, die Erweiterung und Vielfalt von Zielgruppen mit unterschiedlichen Ansprüchen und steigenden Erwartungen an immer „professionellere“ Beratungs- und Dienstleistungen auch bei den Ehrenamtlichen die Vereine vor immer höhere Anforderungen.

Die meisten ehrenamtlich Aktiven kommen aus der Gruppenarbeit. Viele Mitgliedsvereine haben Probleme, ihre ehrenamtlichen Vorstände zu besetzen oder neue ehrenamtliche Vorsitzende zu finden. Andere finden keine Schatzmeister, Kassenprüfer oder Ehrenamtliche als Bezirks-Verantwortliche, bzw. für Funktionen wie die Öffentlichkeitsarbeit oder die Freiwilligenkoordination. Es gibt Defizite im Erstellen eines Anforderungsprofils, im Wissen um ansprechbare Personen- und Unterstützerkreise und im transparenten Gestalten von Übergabeprozessen.

b. Herausforderung Mitgliederqualifizierung

Innerhalb der Vereine fehlen oft die Kapazitäten, eine systematische Analyse der Qualifizierungsdefizite durchzuführen, einzelne Fortbildungswillige oder Gruppen von Aktiven mit ähnlichen Profilen zu identifizieren und mit maßgeschneiderten Fortbildungsstrategien über 1-2 Jahre hinweg zu motivieren und aufzubauen.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Das Wissen und/ oder die Zeit für diese strategische Unterstützung von Selbsthilfe-Aktiven sind in der Vereinsleitung nicht vorhanden, die Möglichkeiten der Qualifizierung für Gruppenmitglieder sowie Gruppenleiterinnen und -leiter und Vorstände sind in Selbsthilfeorganisationen oft nicht bekannt. Teils finden sie außerhalb von Berlin in Bundesverbänden statt. Berliner Angebote haben teils nicht den nötigen Gesundheits- und Selbsthilfebezug oder die notwendigen Vorkehrungen zur Barrierefreiheit.

Oft fehlt ein „geschützter Rahmen“, um Menschen, die sich aus ihrer Betroffenheit heraus mit sehr unterschiedlichen Bildungs- und sonstigen Hintergründen aufmachen, zu ermutigen, Verantwortung in der Selbsthilfe zu übernehmen. Fortbildung ist mühsam, zumal mit einer chronischen Krankheit oder Behinderung. Diese Herausforderung fällt leichter, wenn man darauf vertrauen kann, unter „seinesgleichen“, also mit Menschen mit Selbsthilfe- Hintergrund und ähnlichen oder anderen Beeinträchtigungen, zu lernen.

  1. Ziele

Die LV Selbsthilfe bietet aktiv projektbezogene Unterstützung an, damit die Selbsthilfe-Organisationen geeignete Strategien für deren Mitgliedergewinnung und die individuelle Weiterentwicklung ihrer Selbsthilfe-Aktiven finden und umsetzen können.

Die LV Selbsthilfe gestaltet in Kooperation mit bestehenden Anbietern barrierefreie und methodisch erfolgversprechende Qualifizierungsrahmen für die und gemeinsam mit den Selbsthilfe-Organisationen, ergänzt durch eigene Angebote.

  1. Leistungen
  • Bereitstellung einer Übersicht der vorhandenen Anbieter und Angebote an relevanten Qualifizierungen und verfügbarer Literatur
  • Kontaktaufnahme mit interessierten Mitgliedsverbänden der LV Selbsthilfe und der LAG Selbsthilfe Brandenburg
  • Workshop Mitgliedergewinnung: Vereinsübergreifend können sich ca. 20-25 Vereine und Gruppenleitungen über Strategien austauschen und Expertenrat dazu einholen. Die Ergebnisse werden in einer Dokumentation aufbereitet und zur Verfügung gestellt.
  • Beratung Mitgliedergewinnung: Bis zu 8 Vereinen wird eine Beratung zur Organisationsentwicklung mit Vor-Ort-Terminen angeboten, um Strategien und Maßnahmen zeitnah entwickeln und umsetzen zu können.
  • Workshop Mitgliederqualifizierung: Mit Vereinsvertretern und Gruppenleitungen werden die selbsthilfespezifischen Herausforderungen und fehlenden Qualifikationen erarbeitet und dokumentiert. Es wird auf bestehende, geeignete Angebote eingegangen. Die Vereine werden unterstützt, weitere Teilnehmende in ihren Reihen für die Qualifizierungen zu gewinnen.
  • Beratung Mitgliederqualifizierung: Die Teilnehmenden und die entsendenden Vereine werden während der Qualifizierungen im Sinne von Ergebnissicherung und Vereinbarung zur Weiterarbeit begleitet. Fehlende Bausteine können durch eigene Angebote ergänzt werden. Zwischen- und Endergebnisse werden im Sinne von „best practice“-Beispielen veröffentlicht.
  • Dokumentation und Selbstevaluation des Projektes.
  1. Projektrahmen:

Die Beratungs- und Qualifizierungsleistungen der LV Selbsthilfe sind für die teilnehmenden Vereine und Gruppen kostenfrei.

Das Projekt ist offen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Brandenburg.

Das Projekt „Mitglieder gewinnen und qualifizieren“ wird aus Mitteln des § 20h SGB V gefördert und läuft zunächst von Juni 2017 bis Juni 2018.