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Projekt “Selbsthilfe inklusiv“

Kontakt: Evelyne Hohmann | hohmann@lv-selbsthilfe-berlin.de | 030-27 87 56 90

Ausgangslage

Inklusion ist nicht nur eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sie ist auch eine Entwicklungs-Aufgabe der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen und ihrer Angehörigen. Die organisierte Selbsthilfe verwirklicht, neben ihrem eher politischen Auftrag der Interessenvertretung, Inklusions-Ziele direkt als Anbieter, z.B. von Informations- und Beratungsleistungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und weit darüber hinaus. Somit wirkt sie direkt an einer Stärkung der selbstbestimmten Teilhabe in unserer Gesellschaft mit. Die besondere Stärke hierbei liegt in der Beratung von Betroffenen durch Betroffene (Peer-Counseling).

Das Projekt „Selbsthilfe inklusiv“ wurde von der LV Selbsthilfe initiiert, um die Mitgliedsverbände und die interessierten Selbsthilfe-Strukturen aus Brandenburg dabei zu unterstützen, ihre vielfältigen Angebote so inklusiv wie möglich auszurichten.

Inklusion geschieht nicht von allein. Vielfältige Nachfragen bei der LV Selbsthilfe zeigen: die Selbsthilfe-Organisationen und -gruppen benötigen in verschiedenster Art und Weise Unterstützung auf dem Weg zu einer inklusiven Selbsthilfe-Kultur, um sich den anderen und noch größeren Gruppen von Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten und deren Angehörigen zu öffnen, die ebenfalls ein berechtigtes Interesse an Selbsthilfe-Unterstützung haben. Außerdem geht es um die Sensibilisierung der Selbsthilfeorganisationen und -gruppen gegenüber Menschen, die durch ihren multikulturellen Hintergrund, ihre Religion oder sexuelle Orientierung bislang in ihrer Teilhabe an Selbsthilfe-Angeboten eingeschränkt sein können.

Rollstuhlfahrer, die keinen Zugang zu Gebäuden haben, für Sehbehinderte nicht barrierefreie Webseiten, fehlende Vorkehrungen für Hörbehinderte oder fehlende Infomaterialien in Leichter Sprache sind plakative Beispiele für strukturelle Barrieren. Inklusive Selbsthilfe beginnt in Fragen der Bewusstseinsbildung, der barrierefreien Ausgestaltung der Angebote und der Informationen und geht bis hin zur Schulung der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit Menschen verschiedener Behinderungen und Menschen mit Mehrfachbehinderungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sowohl über das nötige Wissen, als auch die Kommunikationskompetenz und Sensibilität verfügen, um beispielsweise in einem Selbsthilfeverein von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen auch sehbehinderte Menschen mit Hörschwierigkeiten gut beraten zu können.

Ziele

Niedrigschwelliger und offener Zugang zur gesundheitsbezogenen „Selbsthilfe für Alle“ muss das Ziel der Berliner und Brandenburger Selbsthilfe sein. Hierfür müssen die Beteiligten ihre Verpflichtung zur inklusiven Angebotsgestaltung erkennen, Inklusionsbarrieren analysieren und reflektieren sowie Umsetzungs- und Maßnahmenpläne mit entsprechenden Prioritäten herleiten. Ein Vorteil dieses Projekts ist es, mit dem behinderungs- und krankheitsübergreifenden Ansatz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenseitige Lerneffekte zu beschleunigen. Zudem werden sich strategische Allianzen zwischen den Selbsthilfe-Akteuren herausbilden.

Leistungen

  • Erstellung einer Übersicht von aktuellen Ratgebern zur Inklusion sowie zur baulichen und kommunikativen Barrierefreiheit
  • Kontaktaufnahme mit interessierten Mitgliedsverbänden der LV Selbsthilfe, der LAG Selbsthilfe Brandenburg und der Sucht-Selbsthilfe
  • Befragung zwecks Erhebung der Bedarfe und Sensibilisierung für das Inklusions- Thema in den Selbsthilfe-Organisationen und -gruppen
  • Beratung von Selbsthilfe-Organisationen und -Gruppen zur inklusiven Organisationsentwicklung, zur barrierefreien Gestaltung von Veranstaltungen und der Öffentlichkeitsarbeit, inkl. Internetauftritte und soziale Netzwerke
  • Verweisberatung zu Kompetenzzentren und spezialisierten Agenturen für spezifische Anliegen bei der inklusive Gestaltung der Angebote der Projektpartner
  • Vermittlung von Gebärdendolmetschern, Schriftdolmetschern, Kommunikations- Assistenten für die anfragenden Vereine und Gruppen
  • Organisation und Durchführung einer Fachveranstaltung mit den Themen „Zugänglichkeit verbessern“, „Neue Zielgruppen gewinnen“, „Fördermöglichkeiten“ und/oder „Evaluation von Inklusion“.

Projektrahmen

Sämtliche Leistungen, die von der LV Selbsthilfe im Rahmen dieses Projektes erbracht werden, sind für die teilnehmenden Vereine und Gruppen kostenfrei.

Das Projekt ist offen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Brandenburg.

Das Projekt „Selbsthilfe inklusiv“ wird aus Mitteln des § 20 h SGB V (ext. Link) gefördert und hat zunächst eine Laufzeit von Juni 2017 bis Juni 2018.