Projekte

Projekt “Selbsthilfe inklusiv“

Praxisworkshop Leichte Sprache Materialien 5.04.2018 in Berlin

Infomaterialien zum Projekt  14.03.18 in Berlin

Fachtag:  Gute Praxis „Selbsthilfe wird inklusiv“  14.03.18 in Berlin

Workshop:  Barrierefreiheit: nicht nur eine Frage des Bauens  14.03.18 in Berlin

Überblick Tagungen & Workshops

Kontakt: Evelyne Hohmann | hohmann@lv-selbsthilfe-berlin.de | 030-27 87 56 90 | 030 – 27 59 25 25

Ausgangslage

Inklusion ist  eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und eine Entwicklungs-Aufgabe der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen und ihrer Angehörigen. Die organisierte Selbsthilfe verwirklicht, neben ihrem eher politischen Auftrag der Interessenvertretung, Inklusions-Ziele direkt als Anbieter, z.B. von Informations- und Beratungsleistungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und weit darüber hinaus. Somit wirkt sie direkt an einer Stärkung der selbstbestimmten Teilhabe in unserer Gesellschaft mit. Die besondere Stärke hierbei liegt in der Beratung von Betroffenen durch Betroffene (Peer-Counseling).

Das Projekt „Selbsthilfe inklusiv“ wurde von der LV Selbsthilfe initiiert, um die Mitgliedsverbände und die interessierten Selbsthilfe-Strukturen aus Brandenburg dabei zu unterstützen, ihre vielfältigen Angebote so inklusiv wie möglich auszurichten.

Inklusion geschieht nicht von allein. Vielfältige Nachfragen bei der LV Selbsthilfe zeigen: die Selbsthilfe-Organisationen und -gruppen benötigen in verschiedenster Art und Weise Unterstützung auf dem Weg zu einer inklusiven Selbsthilfe-Kultur, um sich den anderen und noch größeren Gruppen von Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten und deren Angehörigen zu öffnen, die ebenfalls ein berechtigtes Interesse an Selbsthilfe-Unterstützung haben. Außerdem geht es um die Sensibilisierung der Selbsthilfeorganisationen und -gruppen gegenüber Menschen, die durch ihren multikulturellen Hintergrund, ihre Religion oder sexuelle Orientierung bislang in ihrer Teilhabe an Selbsthilfe-Angeboten eingeschränkt sein können.

Rollstuhlfahrer, die keinen Zugang zu Gebäuden haben, für Sehbehinderte nicht barrierefreie Webseiten, fehlende Vorkehrungen für Hörbehinderte oder fehlende Infomaterialien in Leichter Sprache sind plakative Beispiele für strukturelle Barrieren. Inklusive Selbsthilfe beginnt in Fragen der Bewusstseinsbildung, der barrierefreien Ausgestaltung der Angebote und der Informationen und geht bis hin zur Schulung der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit Menschen verschiedener Behinderungen und Menschen mit Mehrfachbehinderungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sowohl über das nötige Wissen, als auch die Kommunikationskompetenz und Sensibilität verfügen, um beispielsweise in einem Selbsthilfeverein von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen auch sehbehinderte Menschen mit Hörschwierigkeiten gut beraten zu können.

Ziele

Niedrigschwelliger und offener Zugang zur gesundheitsbezogenen „Selbsthilfe für Alle“ soll zum Ziel der Berliner und Brandenburger Selbsthilfe werden. Dafür werden die Beteiligten ihre Angebote inklusiver gestalten. Neben den den baulichen und technischen Barrieren , die Zugänglichkeit und transparente Information verhindern, gilt es auch die psychosozialen Hindernisse zu erkennen.  Erst daraus lassen sich Umsetzungs- und Maßnahmenpläne mit entsprechenden Prioritäten herleiten. Der behinderungs- und krankheitsübergreifende Ansatz der Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin als Dachverband ermöglicht den teilnehmenden Menschen ein voneinander und miteinander Lernen. Zudem können sich strategische Allianzen zwischen den Selbsthilfe-Akteuren herausbilden oder wieder neu beleben.

Leistungen

  • Eine Übersicht zu aktuellen Ratgebern zur Inklusion sowie zur baulichen und kommunikativen Barrierefreiheit wird erstellt
  • Erhebung der Bedarfe in den  interessierten Mitgliedsverbänden der LV Selbsthilfe, der LAG Selbsthilfe Brandenburg und der Sucht-Selbsthilfe
  • Aktivierende Befragung zur Erhebung der Bedarfe und um Selbsthilfe-Organisationen und -gruppen für das Thema  Inklusion zu sensibilisieren.
  • Beratung von Selbsthilfe-Organisationen und -Gruppen zur inklusiven Organisationsentwicklung, zur barrierefreien Gestaltung ihrer Veranstaltungen und der Öffentlichkeitsarbeit
  • Wir untersstützen dabei, das vorhandene Wissen und die passenden Beratungsangebote zur barrierefreien Gestaltung des Auftrittes im Internet und sozialen Netzwerken aufzufinden
  • Beratung und Unterstützung bei der Planung und in den Verhandlungen mit Agenturen und anderen Dienstleistern, um die Projekte in der Öffentlichkeitsarbeit und den Neuen Medien umzusetzen.
  • Wir vermitteln  Gebärdendolmetscher, Schriftdolmetscher, Kommunikations- Assistenten für die  Vereine und Gruppen
  • Organisation und Durchführung von Fachveranstaltungen und Wissenvermittlung: Zugänglichkeit verbessern | Neue Zielgruppen ansprechen und gewinnen | Fördermittel | Erhebung und Beurteilung  der eigenen Entwicklung zur inklusiven Organisation.

Projektrahmen

Sämtliche Leistungen, die von der LV Selbsthilfe im Rahmen dieses Projektes erbracht werden, sind für die teilnehmenden Vereine und Gruppen kostenfrei.

Das Projekt ist offen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Brandenburg.

Das Projekt „Selbsthilfe inklusiv“ wird aus Mitteln des § 20 h SGB V (ext. Link) gefördert und hat zunächst eine Laufzeit von Juni 2017 bis Juni 2018.