Aktuelles

Inklusion auf der Berlinale 2016

2016 finden die Internationalen Filmfestspiele in Berlin vom 11. bis 21. Februar statt, also etwas später als gewohnt. Ansonsten müssen sich Menschen mit Behinderungen diesmal aber nur auf wenige Änderungen einstellen.

Berlinale Bär
Für die Bestellung von Tickets sind ab dem 8. Februar die Telefonnummer 030 – 259 20 259 und die Faxnummer 030 – 259 20 230 freigeschaltet.
Natürlich kann man dort auch Fragen zum Barriere freien Zugang klären, kostenlose Tickets für Begleitpersonen und Kopfhörer für die drei Filme mit Audiodeskription in der Sektion Retrospektive bestellen.

Das Telefon ist wie im Vorjahr von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr besetzt.

Zwei Tage nach der telefonischen Bestellung kann man die Karten dann wieder an dem zentralen Ticketcounter für den barrierefreien Zugang zum Festival in den Potsdamer Platz Arkaden abholen.
Der Schalter ist täglich von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr geöffnet.

Die Kartenpreise richten sich wie immer nach der jeweiligen Vorstellung. Allerdings können Kurzentschlossene auch 2016 an der Tageskasse wieder viel Geld sparen: Schüler, Studenten, Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger, Inhaber des Berlinpasses, Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst und Menschen mit einem Behindertenausweis können dort um 50% ermäßigte Restkarten erwerben.

Die Spielstätten der Berlinale gelten weitgehend als Barriere frei und bieten fast alle eine begrenzte Anzahl an Rollstuhlplätzen. Die Ausnahmen sind der Delphi Filmpalast, die Audi Berlinale Lounge und das ACUDkino sowie die Veranstaltung „Kulinarisches Kino Goes Kiez mit Menü“ im City Kino Wedding.
Im Berlinale-Spielstättenplan: http://www.berlinale.de/de/programm/spielst_tten/kinos/index.html
finden sich konkretere Angaben zur Barrierefreiheit. Im Zweifel lohnt es sich aber, bei den Spielstätten direkt nachzufragen.

2016 gibt es sechs Vorführungen internationaler Filme mit deutschen Untertiteln und anschließender Diskussion mit einem Gebärdendolmetscher. Damit ist die Auswahl für Hörgeschädigte deutlich angestiegen.
Interessenten an diesen Vorführungen schicken bitte ihre Anmeldung mit Nennung des Filmtitels an inklusion@berlinale.de

24 WEEKS

In dem Wettbewerbsfilm „24 Wochen“ erfährt die schwangere Astrid (Julia Jentsch), dass ihr zweites Kind nicht gesund zur Welt kommen wird. © Friede Clausz

Zur Auswahl stehen:

Rara, ein chilenisch-argentinischer Film um ein Mädchen, dass mit der Trennung der Eltern, der neuen Beziehung ihrer Mutter und nicht zuletzt mit der eigenen Pubertät klarkommen muss. Generation. Empfohlen ab 12 Jahren
Samstag, 13.02.2016, 12.30 Uhr im Zoo Palast 1

Little Men (Junge Männer), ein US-amerikanischer Film, bei dem die Freundschaft zweier Jungen in New York auf eine harte Probe gestellt wird, als zwischen ihren Eltern ein Mietstreit entbrennt. Panorama und Generation. Empfohlen ab 12 Jahren
Sonntag, 14.02.2016, 14.00 Uhr im CinemaxX 3

Jamais contente (Nie zufrieden), ein französischer Film um ein 13-jähriges Mädchen mit einer guten Beobachtungsgabe, dass gerne Grenzen austestet – seine und die der Anderen.
Generation. Empfohlen ab 12 Jahren
Sonntag, 14.02.2016, 15.30 Uhr im Zoo Palast 1

Maggie’s Plan, ein US-amerikanischer Film um eine ziemlich ungewöhnliche Patchworkfamilie.
Panorama Spezial
Dienstag, 16.02.2016 um 12.45 Uhr im CinemaxX 7

A Quiet Place & Valentina, ein Doppelprogramm: Der rumänisch-deutsche Spielfilm „A Quiet Place“ handelt von einer jungen Frau, die nach harten Jahren im Ausland zu ihrer Familie in Rumänien zurück kehrt und die Dokumentation „Valentina“ porträtiert ein zehnjähriges Roma-Mädchen in Skopje.
Perspektive Deutsches Kino
Freitag, 19.02.2016, 12.00 Uhr im Colosseum

Filme mit Audiodeskription
In diesem Jahr gibt es offiziell vier Filme mit Audiodeskription für Blinde und Sehbehinderte.
Dabei handelt es sich um drei Filme aus der Retrospektive, die im Jahr 1966 entstanden sind, und eine Weltpremiere: Doris Dörries neuer Film „Grüße aus Fukushima“. Der stellt gleichzeitig auch eine Premiere für die Berlinale dar. Erstmalig werden die Bildbeschreibungen nur Smartphone-Besitzern zugänglich sein, die ihren eigenen Kopfhörer mitbringen und vorher die App GRETA heruntergeladen haben.
Weitere Informationen dazu unter 030 – 27 57 17 93 oder per Email unter info@hoerfilmev.de.

Im Angebot von GRETA findet sich zwar auch eine Audiodeskription für des Eröffnungsfilm des Wettbewerbs; „Hail, Caesar! von Joel und Ethan Coen. Offiziell wird er aber vom Festival nicht als Audiodeskriptionsfilm angeboten. Vielleicht weil er auf dem Festival natürlich nur in der US-amerikanischen Sprachfassung läuft, die App aber Bildbeschreibungen in deutscher Sprache liefert.
Die drei Filme der Retrospektive „Der junge Törless“ von Volker Schlöndorff, „Mahlzeiten“ von Edgar Reitz und „Abschied von Gestern“ von Alexander Kluge können dagegen wie gewohnt einfach über Kopfhörer verfolgt werden, die man vor den jeweiligen Screenings im Kino ausleihen kann.
Ticketbestellung und Kopfhörerreservierung für diese drei Filme unter 030 – 259 20 259 oder per Fax unter 030 259 20 230.

Grüsse aus Fukushima handelt von zwei Frauen: einer jungen Deutschen, die vor einer Lebenskrise nach Japan flüchtet, und einer ehemaligen japanischen Geisha, die beschließt, in ihr altes Haus zurückzukehren. Doch das liegt in der stark verstrahlten Zone in Fukushima.
Panorama
Montag, 15.02.2016, 17.00 Uhr im Cubix9

Der junge Törless, Verfilmung eines Romans von Robert Musil
Retrospektive
Samstag, 13.02.2016, 20.00 Uhr im CinemaxX 8

Mahlzeiten, Porträt eines jungen Ehepaares, dass auch an seinen eigenen Ansprüchen scheitert
Retrospektive
Sonntag, 14.2.2016, 12.00 Uhr im CinemaxX 8

Abschied von gestern, die frustrierende Odyssee einer jungen Frau, die von Obdachlosigkeit bedroht ist.
Retrospektive
Mittwoch, 17.02.2016, 19.00 Uhr im CinemaxX 8 und
Sonntag, 21.02.2016, 12.00 Uhr im Zeughauskino

Bitte achten Sie darauf, dass die Mitnahme von Koffern, großen Taschen und Rucksäcken in die Berlinale-Spielstätten in diesem Jahr nicht gestattet ist und nur selten die Möglichkeit besteht, diese an den Garderoben abzugeben.
Alle weiteren Informationen – auch zum Programm der Festspiele – finden sich unter www.berlinale.de

Katharina Diekhof
Redakteurin

Stand 10.02.16