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Menschen mit Behinderungen müssen selbstbestimmt wohnen können

Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Menschenrechte vom 23.03.2017

 8 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland

 Menschen mit Behinderungen müssen selbstbestimmt wohnen können

Anlässlich des 8. Jahrestags des Inkrafttretens der UN-Behindertenrechtskonvention am 26. März 2009 fordert die  Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Menschen mit Behinderungen selbstbestimmtes Leben und Wohnen zu ermöglichen. Mehr dazu erfahren Sie in unserer aktuellen Pressemitteilung.

In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auch auf den Bericht der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention zur Umsetzung des Rechts auf unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft (Artikel 19 der UN-BRK) in Berlin hinweisen.

Der im Rahmen des von der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales zuwendungsfinanzierten Länderprojekts Berlin erstellte Bericht  befasst sich mit der Entwicklung der Wohnsituation von Menschen mit Behinderungen in Berlin zwischen 2011 und 2016. Zwar hat Berlin im bundesweiten Vergleich den geringsten Anteil an Menschen in institutionalisierten Wohnformen wie Heimen oder Wohngruppen. Trotz dieser guten Ausgangsbedingungen ist für die Verwirklichung des Rechts auf unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft noch viel zu tun.

Damit Wahlfreiheit und Inklusion in die Gemeinschaft auch für Berliner_innen mit Behinderungen Wirklichkeit werden, muss die Politik entsprechende Voraussetzungen schaffen. Neben bezahlbarem und zugänglichem Wohnraum sind vor allem auch die Verfügbarkeit von Unterstützungsdiensten im Stadtteil einschließlich persönlicher Assistenz sowie zugängliche Einrichtungen und Dienste, etwa Schulen, Bibliotheken, Supermärkte, Stadtteilzentren, Arztpraxen und Verkehrsmittel wichtig.

Die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention empfiehlt der Berliner Landesregierung daher in Ergänzung zu den Behindertenpolitischen Leitlinien eine Strategie, die das selbstbestimmte Wohnen von Menschen mit Behinderungen in einem inklusiven Gemeinwesens möglich macht und auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf Alternativen zum Wohnen in Einrichtungen bietet.

Mehr dazu erfahren Sie im Bericht „Wohnen und Leben in der Gemeinschaft: Ein unerfüllter Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention in Berlin?“

Kontakt
Deutsches Institut für Menschenrechte
Dr. Meike Nieß | Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Monitoringstelle UN-BRK
Zimmerstraße 26/27 | 10969 Berlin
Tel.: 030 259 359-442| Fax: 030 259 359-59
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