Aktuelles

Menschen erreichen über Facebook & Co. – Strategien für die Selbsthilfe

01/2017: Die BAG-SELBSTHILFE hat einen Leitfaden zum Umgang mit Sozialen Medien für die Selbsthilfe herausgebracht.

Auszug aus der Einleitung:

Das Verhältnis vieler Selbsthilfeorganisationen chronisch kranker und behinderter Men-schen zu Facebook, Twitter und Co ist sehr gespalten. Zum einen wird in der Selbsthilfe durchaus registriert, dass Soziale Medien gerade für jüngere Menschen eine zentrale Rol-le im Kommunikationsverhalten spielen.1 Chats und Foren ermöglichen den Austausch über den Umgang mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen und befinden sich erwiesenermaßen in einer großen thematischen Nähe zu den Austausch- und Informati-onsangeboten der Selbsthilfe. Schon aus diesem Grund besteht durchaus Einigkeit, dass man in der Selbsthilfearbeit der Zukunft an den Sozialen Medien nicht vorbei kommt.
Diese Medien erscheinen auch deshalb als attraktiv, weil sie eine Möglichkeit eröffnen, Informationen zu Erkrankungen und Behinderungen, aber auch zu Veranstaltungen und Publikationen der Selbsthilfe zu streuen und nicht zuletzt auch neue Mitglieder zu ge-winnen. Andererseits fehlt bei vielen Verantwortlichen in der Selbsthilfe noch das Knowhow im Umgang mit den „Neuen Medien“. Außerdem ist es für viele äußerst ab-schreckend, dass Soziale Medien wie Facebook offenbar gerade keinen gesteigerten Wert auf die Vertraulichkeit von Daten oder die sachliche Richtigkeit von Forumsbeiträgen legen. Ein vertrauensvoller Austausch in einem Umfeld, in dem die Useridentität mit der realen Person nichts zu tun haben muss und in dem sich die Beteiligten jederzeit ein- und ausloggen können, ist mit dem Miteinander in der Selbsthilfe schlichtweg unverein-bar. Die fehlende Barrierefreiheit der meisten Angebote stellt ein weiteres Problem dar.
Vor diesem Hintergrund werden Soziale Medien vielfach sogar als Bedrohung für den Selbsthilfegedanken angesehen. Dies führt nicht selten zu einer Grundhaltung, wonach man über Aufklärungsarbeit zu den Gefahren im Netz einen kritischen Umgang mit den „Neuen Medien“ bei den eigenen Mitgliedern anmahnen muss. Selbsthilfe und Soziale Medien gelangen so geradezu in einen Gegensatz, wenn nicht sogar in erbitterte Gegner-schaft.
Der vorliegende Leitfaden versucht zunächst, etwas Licht ins Dunkel zu bringen, worum es denn im Einzelnen geht, wenn Soziale Medien zum Einsatz kommen sollen.

Download : 2017-01-BAG-SH-Leitfaden-Facebook-und-co   (pdf, 400 kb )