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BALD AUS MIT MEINEM KRANKENHAUS? Dossier

Quelle: http://www.altersdiskriminierung.de

28.02.2018 – von Hanne Schweitzer

In keinem anderen europäischen Land wurden in den letzten Jahrzehnten so viele Krankenhäuser privatisiert wie hier. Seit der neoliberalen Dauer-Gesundheitsreform stieg der Anteil von Kliniken im Privatbesitz bis 2009 auf 30 Prozent. Bereits seit 2016 läuft eine medial begleitete Kampagne des Gesundheitskomplexes um Stimmung für die geplante Verschlechterung der Krankenhausversorgung zu machen: “Weg mit der wohnortnahen Krankenhausversorgung”, heißt es dann nicht, dafür aber: Je größer die Klinik, umso besser für die Patienten.

Einflussreiche Gesundheitsplayer planen, die allermeisten Krankenhäuser im Land abzuwracken. Von derzeit 1.951 sollen noch ca. 300 (!) übrig bleiben – zur Versorgung von 20 Millionen Patienten pro Jahr. Die allermeisten davon sind zwischen 50 und 90 Jahre alt. Alte Menschen + chronisch Kranke werden die ersten Verlierer dieser Entwicklung sein. Gegen das aktuelle Argumentationsmuster, Über- und Fehlbehandlungen seien eine Folge der “zu hohen” Krankenhausdichte und diese damit ein Qualitätsrisiko, hilft ein Blick in die Krankenhaus-Diagnosenstatistik: Link. Insgesamt lässt sich die Argumentation, mit den gegenwärtigen Folgen der Ökonomisierung (Über- und Fehlbehandlung) eine noch brutalere Ökonomisierung (Zentralisierung und Konzentration) zu begründen, dann aufbrechen, wenn man von der tatsächlichen Krankenhausepidemiologie und -morbidität ausgeht.

Dieses Thema umgehen die Krankenhauskapitalisierer aber wohlweislich. Erstaunlich bleibt, dass die „eigentlich“ für diese gesellschafts- wie gesundheitspolitischen Probleme Zuständigen, die Sozial- und Wohlfahrtsverbände, es seit Jahrzehnten versäumen, eine Krankenhausversorgungs-Konzeption zu präsentieren. (Über die Auswirkungen der sich verändernden Bedingungen auf die Beschäftigten und deren Gegenwehr wird ausführlich auf Labournet.de informiert:
Link

Rechtzeitig zu den drohenden Verwüstungen in der deutschen Krankenhauslandschaft liefert die EU-Ebene passende Alibi-Argumente. Das Europäische Komitee für Normung (CEN) macht Propaganda für eine europaweite Standardisierung ärztlicher und pflegerischer Dienstleistungen. Im so genannten Wahlkampf hat A. Merkel „mehr Standard“ für Gesundheit und Pflege schon einmal angedroht.

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